Der etwas andere Triathlon, bei dem sich Weltklasseathleten mit Hobbysportler treffen, bei dem Mountainbikes neben Carbon-Zeitfahrrädern stehen, bei dem sich die Wechselzone auf einem Stoppelfeld befindet und bei dem sich auch Sportler wohl fühlen, die nichts mit Triathlon am Hut haben.

Einer der wenigen Triathlons in der Schweiz, bei dem im fliessenden Gewässer (Rhein) geschwommen wird. Dabei befindet sich der Wettkampfplatz in Deutschland, doch alle drei Disziplinen finden sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz statt. Sogar beim Schwimmen im Rhein wird die Landesgrenze mehrmals überquert.

Wir waren dabei…Bericht von Julia Bothe & Jochen Block

Wir dachten uns, dass wir die gute Form vom Wörthsee Tria noch mitnehmen und an einem Triathlon Wettkampf teilnehmen. Für uns kam nur das weekend 14./15.8. in Frage, so dass es schwierig war, einen Wettkampf in Bayern oder Baden-Württemberg zu finden.

Durch Zufall sind wir auf den Schaffhausener Triathlon gestoßen und waren gleich von der Idee begeistert, mal im Rhein zu schwimmen (garantiert Hai frei, siehe Foto).

Der Triathlon, der in Büsingen mitten in der Ferienregion des Bodensees stattfindet, hat eine lange Tradition mit bis zu 1000 Teilnehmern. Eine Unterkunft vor Ort zu finden quasi unmöglich. Zum Glück gibt es in Büsingen einen Triathlon begeisterten Hausbesitzer, der seine Obstwiese für Athleten für umsonst zur Verfügung stellt.

Also sind wir Freitagabend nicht ganz staufrei dort angekommen und haben unser Zelt aufgebaut. Eine wunderschöne Location, die wir uns mit anderen Triathleten geteilt haben. Manche sind mit Rennrad und Rucksack auf dem Rücken dort angekommen und haben ihr Zelt aufgeschlagen. Eine ganz harte Triathletin kam mit Ihrem Rennrad, Isomatte und Schlafsack und hat einfach unter freiem Himmel geschlafen. Bei Nachtemperaturen um die 8 Grad doch sehr erstaunlich.

Am Abend haben wir dann noch die Startunterlagen vom 800 Meter entfernten Wettkampfgelände abgeholt und den Pasta Gutschein eingelöst.

Der Wettkampfmorgen gestaltete sich als sehr aufregend. Lag doch die ganze Gegend noch im dichten Nebel. Gut, dass wir nicht bei der Langdistanz mit 5 km Swim, 60 km bike und 15 km run gestartet sind. Denn die Schwimmer, die hier starteten hatten in der Nebelsuppe nur eine Sichtweite von 100 Metern auf dem Rhein!

Als wir für die Kurzdistanz (2,1 km swim, 31 km bike und 7,5 km run) starteten, hatte sich der Nebel schon fast gelichtet und die Sonne kam heraus.

Einige hundert Athleten sprangen in die Fluten des "Rhy", immer bedacht, die Ideallinie in mitten der Strömung zu halten. Zum Glück ertönte ein Horn, wenn man auf eine Stange, die für die Schiffe gedacht ist, in mitten des Flusses im Visier hatte. Man bekam unglaublich Fahrt auf, so dass Jochen 14 Minuten und ich nur 15 Minuten für 2,1km Schwimmen brauchte. Normalerweise benötigen wir mehr als das Doppelte für diese Distanz. Beim Schwimmausstieg musste man aufpassen, den Ausstieg nicht zu verpassen, was mir (Julia) fast passierte. Ich wunderte mich noch, warum die alle so früh nach rechts an den Uferrand schwimmen….Mir war es dann aber schnell klar, denn ich hatte meine liebe Not nach rechts zu kommen und wäre fast vorbei gerauscht.

Die Wechselzone befand sich auf einem Stoppelfeld über das mit hinweg hoppelte um auf die Straße zu kommen. Wir hofften nur noch, dass sich nicht zu viel Gestrüpp oder Steine in den Klickschuhen befindet (Ist mir ja beim Tegernsee Tria passiert).

Leider gab es kein Windschattenverbot, so dass sich viele schnelle Teams auf der Radstrecke bildeten. Wir beide sind das ja gar nicht gewohnt, und bekannter weise können Triathleten nicht gescheit Windschatten fahren…

Die Radstrecke hatte es extrem in sich. 31km auf angeblich 420 HM (gefühlt 1000HM!). Normalerweise sind wir ja starke Radfahrer, doch diesmal konnten wir nicht so viele Plätze gut machen wie sonst beim Wettkampf. Die Schweizer sind aus einem anderen Holz geschnitzt. Kein Wunder, trainieren sie ja ausschließlich in den Bergen. Die Abfahrten waren auch krass, und wir verschenkten wieder Plätze beim Bremsen. Diese Strecke bei nasser Straße oder Regen – unvorstellbar..!

Auch die Laufstrecke bei nun knaller Sonne und Hitze war, man kann es nicht anders sagen, ein extrem schweres Terrain und inkludierte einen fetten Anstieg. Sie hatte absolut Crosslauf Charakter.

Auch wenn wir in der AK keine Platzierung erlangen konnten, haben wir wenigstens die besten Wertungen, innerhalb der angereisten Bayern erzielt…Apropos AK: Die Altersklassen waren in 10 Jahres Schritten eingeteilt. Wir waren in der Altersgruppe 45-55 Jahre.

Insgesamt, eine sehr gelungene Veranstaltung, einzig negativ die fehlende Sperrung der Radstrecke und der doch etwas hohe Anmeldepreis (ca. 75 Euro als Nachmelder, die Zielverpflegung mit Obst und Getränken war da etwas dürftig, man hat allerdings ein schönes Funktionsshirt und einen Schuhbeutel bekommen, die Pasta Party am Abend vorher sowie das Massageangebot, das wir nicht genutzt haben sind positiv zu erwähnen). Obwohl der Triathlon in Deutschland stattfindet, zahlt man in der Gegend mit Schweizer Franken und auch Schweizer Preise.

Wir können trotzdem jedem nur empfehlen, mal bei diesem Triathlon mitzumachen. Einfach ein tolles Erlebnis!

Kurzdistanz:

Julia Bothe    38. Gesamt von 100 Frauen

Jochen Block 58. Gesamt von 362 Männern (9. Platz AK2 von 112 Teilnehmern)

 

http://schaffhauser-triathlon.ch/

 

Start im Nebel

Swim im "Rhy" in der Sonne

Wechselzone...Stoppelfeld...