Bei der Hitzeschlacht beim Ironman  in Vichy mit Temperaturen über 35° C verpasste Maria Hettegger mit gerade mal 6 Minuten die Hawaii Qualifikation und wurde Zweite in Ihrer AK. Nach dem Schwimmen lag sie auf dem 9. Platz und kämpfte sich beim Radfahren auf Platz 5 vor. Beim Laufen zeigte sie ihre ganze Stärke und überrollte noch weitere Konkurrentinnen.

Klaus Rettner stellte sich der Herausforderung einer Mitteldistanz. Bei beiden Wettkämpfen wurde ohne Neo geschwommen.

Wir gratulieren zu den Leistungen und freuen uns schon auf den Wettkampfbericht.

Berichte von Klaus..

Wettkampfbericht zu Ironman 70.3 (Halbdistanz) am Samstag, 27. August

Vichy wählten wir aus, weil am Samstag für mich ein Ironman 70.3 angeboten wurde und am Sonntag die Langdistanz. Wir konnten also manche Trainingseinheit gemeinsam gestalten, hatten einen gemeinsamen Saisonabschluss.

Im Mai waren wir dann schon für 8 Tage im Frankreich, in Saint Pardoux, unweit von Limoges. Und selbstverständlich sind wir die Strecke abgefahren. Danach wollte ich den Franzosen einige Tonnen Teer spenden. Ich hätt´s besser mal getan, denn während meiner 90 km Runde beim 70.3 hat sich mein Rad ganz schön verändert. Naja, hätte ja auch ein Werkzeug zum Zurückstellen in den Anfangsstadium mitnehmen können.....Ich sah unterwegs manch gebrochen Flaschenhalter.

Meine Frau findet die Radstrecke klasse. Und Sie war auch FAST schneller als ich.

Zurück zum Anfang - am Mittwoch gegen 21:00 Uhr losgefahren um gegen 9:30 Uhr die gemietete kleine Dachgeschosswohnung in Vichy zu beziehen. Klein und HEISS. Nur heiß.

Mit den Startunterlagen nichts wie weg von dem überhitzten Expogelände, das sehr überschaulich war. Das ganze Gelände selbst ist allerdings sehr klasse und grosszügig am Ufer des Allier. Und auch zum Parkplatz sind´s nur 5, 6 Gehminuten. 

Schatten fanden wir in den kleinen Cafes auf der anderen Seite des Flusses.

Am Freitagabend die Pastaparty mit Wettkampfbesprechung in französischer Sprache und französischem Englisch. Also, wer  beim Zieleinlauf seine Gattin, Freund, Sohn, Tochter oder Schwiegermutter mitnimmt, wird mit Disqualifikation bestraft. Hat ich Glück. Hatte ja bloss meine Frau dabei und die wollte am Sonntag selbst einlaufen!

Raceday:

Wassertemperatur 25,5° C. Nicht wenige von den über 2000 gemeldeten Startern schleppten trotzdem am Samstag um 6:00 Uhr in der früh ihren Neopren mit, in der Hoffnung ... Da ist sie wieder, die Hoffnung.Mir selbst war - obwohl ich konzentriert meine Vorbereitungen anging - einfach nur übel. Ich wusste, dass ich den Sprung ins eiskalte Wasser OHNE NEOPREN verweigern würde. Bei der Generalprobe am 31.Juli am Wörthsee – ohne Neo - bin ich nach ca. 150 m erschöpft, verängstigt, ... aus dem Wasser.

Rolling Start - alle 5 sec hüpfen 3 Leute ins Wasser. Bis ich wieder hochkam, hüpfte mein Hintermann schon rein. Also 930 m in eine Richtung, 5 m quer und zurück. Die unzähligen Aufpasser auf ihren Kanus schaufelten mir/uns das Wasser in den Mund wenn Sie wieder einem Verschwimmer den Weg zeigen wollten. Der gestaute Fluss war welliger als der Wörthsee.

Der Langsamste war ich nicht, und ich kam durch!, doch war meine 6h Zielzeit schon kaum mehr zu erreichen. Laut Torsten (9. seiner AK) waren es auch über 2000 m!!

370 m Wechselzone zeigte mir meine Garmin an. Und dann 90 km Rad - kein Stimmungsnest, immer nur leicht bergan, Schlaglöcher - lief nicht so gut. 

Obwohl, bei km 25 hab´ich meine Rennradprüfung bestanden. An einer abschüssigen Strasseneinfahrt zu meiner rechten, stand ein Helfer, 3 Passanten und ein Autofahrer. 10, 12, 15 m vor mir rollt das Auto auf die Strasse. Einen halben Meter, einen Meter und ich dachte, dass der Typ gleich bremst. Musste ich tun, und für 1 sec stand ich auf meinem Vorderrad. Die Strecke war sonst vorbildlich abgesichert.

Mit Laufbeutel in der Hand wollte ich ins Wechselzelt rennen. Einmal bin ich schnell und schon hält mich ein Helfer auf. Tempolimit in der Wechselzone? - Nein, der junge Mann wolle mir in seiner Landessprache sagen, dass ich meine Startnummer nach vorne tun muss. 

36°, 37° oder noch heisser. Wenn ich schneller geschwommen wäre, wenn ich schneller Rad gefahren wäre, müsste ich nicht in der Mittagshitze auf die Laufstrecke! 01:45 h hab ich mir vorgenommen - wurde auch nichts. War zu heiss - obwohl, manche (auch gleichaltrige) sind´s ja gelaufen - 01:45 h und schneller. 2 Runden a 10,5 km. Zwar waren 90 % der Strecke flach, doch die Anstiege waren schwer und immer wieder musste die Laufrichtung geändert werden. Stimmung war auch wenig. Selbst das Stadion, durch das ich nach der ersten Runde schon rennen durfte war spärlich gefüllt. 

Die Verpflegung alle 2,5 km reichte kaum aus, zumal es auf der Laufstrecke keine Schwämme gab. Diese kauften wir dann gleich im nächsten Supermarkt für meine Frau. 

Anmerkung von Maria: habe als Support ziemlich versagt – kein Handy, kein Fotoapparat dabei, im Appartement vergessen L

 

Wettkampfbericht zu Ironman (Langdistanz) am Sonntag, 28. August

Schon am frühen Morgen war Maria bewusst, dass Ihr mich anfeuern am Vortag kräfteraubend war. Den halben Tag in der Sonne, zu viel gelaufen, zu wenig gegessen, zu wenig getrunken.

Langdistanzstimmung. Überall Menschen. Die Profis dürfen im Wasser starten - alle anderen wieder beim Rolling Start. Anstellen und warten. Die Profis waren schon beim Landgang und auf dem Weg zur Runde 2, da bibberten noch vor Kälte die Schwimmerinnen, die länger als 90 min schwimmen wollten.

Maria tat sich schwer auf der Schwimmstrecke. Da war der "Gegenverkehr", der nur wenige Meter neben ihr schwamm, da waren die noch langsameren Schwimmer, die vor Ihr ins Wasser gingen. Ihr gefiel ja - wie vorhin erwähnt - die Radstrecke, Sie konnte mit einer konstanten Radleistung auch einige Plätze gut machen und als 9. nach dem Schwimmen ist Sie auf Platz 5 vorgefahren.

Jetzt bimmelte ständig mein Telefon und von Stefan und Sybille bekam ich die Zwischenstände per SMS – Hier ein paar Nachrichten.

15:47 Uhr -  Maria 5te nach dem Rad. 50 min zur ersten, 40 min zur zweiten, 17 min zur dritten. Podium ist noch drin, nicht aufgeben

16:47 Uhr - Die anderen brechen total ein! In der Zielprognose ist Maria vorn!!! Nicht aufgeben!! Viel trinken

18:54 Uhr - Km 30: 95 9 min, 551 6 min, … Maria müsste 5:40 min/km laufen

Also bin zu meiner Frau und hab ihr gesagt sie solle doch 5:40 laufen

19:11 UhrDa hilft jetzt nur noch Cola! Sehr spannend!

19:49 UhrDie 549 wird langsamer! Alles Offen! Beißen!!

Der zweite Platz in der AK ist es dann geworden – 12:33 h unterwegs. 6 min fehlten Ihr für den 1. Platz.

Auch am Sonntag gab es auf der Radstrecke keine Stimmungsnester. Doch die 10,5 km lange Laufrunde war sehr gut besucht. Stimmung und Anfeuerung überall. Es ist natürlich für viele Starter toll, 4-mal ins vollbesetzte Station einzulaufen, 3-mal auf den schwarzen Teppich und 1 Mal auf den IM-Teppich.

Doch für manche – die 14, 15 h Finisher ist es bestimmt eine mentale Überwindung zur nächsten Runde aufzubrechen. Viele gehen vor dem Stadion, laufen 100 m durchs Stadion und gehen danach wieder.

Am Montag dann die Siegerehrung mit einer sehr sehr glücklichen Maria. Mit dem Zweiten Platz nicht nur das Ergebnis von Roth, sondern auch die Leistung von Roth bestätigt – das Schwimmen mal ausgenommen. Die AK-Siegerin von Roth, ebenfalls in Vichy am Start, ist beim Laufen eingebrochen und kam als 4. ins Ziel. So gesehen hat das Schwimmdesaster weniger Zeit gekostet als das Laufen einbrechen…..

Jetzt gilts einen nächsten Wettbewerb zu finden. Kopenhagen? – zumindest hat´s da keine 35°C.

 

Klaus & Maria

Maria vorm Start

Im Ziel..

Siegerehrung