Klaus Rettner ist beim diesjährigen Ironman in St. Pölten gestartet und hatte mit viel Wasser zu kämpfen.

In der Wachau, bei Melk, wo wir für 3 Tage übernachteten, hatte es am Freitag 30°C. Doch schon am Abend lag ein Sturm über der Region und am nächsten Tag bekam ich vom Veranstalter auch schon die Email, dass die Wechselzone, die in der Fußballarena St.Pölten aufgebaut war, weggeweht wurde.

Wir durften also weder Helm noch sonstiges am Rad lassen, auch die Wechselbeutelhalter waren tabu. Man hörte von 50 km/h Windgeschwindigkeit und ich dachte, dass dann ja mal eine 2:59 h Radzeit drin wäre, vorausgesetzt der Wind bläst so wie ich ihn brauche.

- Bei der Wettkampfbesprechung am Freitag hat ein Teilnehmer erzählt, dass er unter 2 Stunden die Strecke abfährt -

Unser kleines Hotel an der Donau hatte vier Zimmer, alle belegt mit Triathleten oder deren Partner. Sogar eine Profi-Triathletin war zu Gast und wir bekamen noch eine Schwimmstudienvorführung am Samstag nach dem Frühstück.

Am Sonntag früh um 5:00 Uhr regnete es in Strömen. 9° C. (Wie der AllgäuTriathlon) Das Rad bestückt - der Rasen war schon matschig. Die Beutel in den Regen gehängt und um 7:00 Uhr am Schwimmstart. Die Profis angucken und sich vorbereiten.

Der für uns geplante RollingWaveStart fiel ins Wasser, weil ..?

Und dann standen wir bis zu 30, 40 Minuten mit Neopren, Bademütze und Brille im Dauerregen. Manche gingen schon wieder nach Hause. Irgendwann, weit nach halb acht war ich im Wasser und auf einmal war es dort noch schrecklicher als draußen und ich wollte nichts als ans Land gehen dürfen.

Na gut. 1100 m also 27 min später durfte ich ans Land, über eine eine Holzbrücke rennen und mich auf den zweiten See freuen.

Tja, dort, vor dem See, war dann ein Stau. 25 Leute, die ins Wasser wollten, aber ohne Hilfe nicht die schlammige Böschung runterkamen. 2 Helfer stützten uns und irgendwann waren wir drin und wettkämpften weiter. Nochmal 800 m, dann ca 200 m zum Wechselbeutel und mit Schuh, Mütze, Helm und Jacke zum Rad. Dieses über den halben Fußballplatz schieben und rauf auf die Autobahn war schon cool, war aber auch hinternkalt und vorwärts gings auch kaum. Wir fuhren alle in die falsche Richtung - gegen den Wind.

Ich hoffte eigentlich auf einen 40er Autobahnschnitt, mehr als 30-32 wurden`s wohl nicht. Nach 15 km gings dann wieder auf die Landstraße.

Es war eine supertolle Radstrecke, auf der man, wenn man die Beine dafür hat, gut bolzen kann. Wollte ich eigentlich, aber der Wind.

Der Regen hat mich dann nach ca. 1 h Stunde verlassen und wurde von mir nicht mehr gesehen.

Die Stimmung auf der Strecke war nicht so lebhaft wie sie bald in Roth sein wird, doch gab es viel Unterstützung, Komplimente und Hinweise.

Der Anstieg vom Donauufer nach Gansbach war für einen Schäftlarn erprobten Radler auch keine Strapaze. Und der letzte Teil nach St. Pölten wurde mein schnellster.

193 min lang begleitete ich mein Rad. Ein bisschen zu lang - zumal das Umziehen und die weiten Wege 10 min in Anspruch nahmen.

Die letzten 4,9 km lief ich in 23:11 (4.43 min/km), 1:48:24 h brauchte ich für den Halbmarathon. Super für meine alten Knochen und eine gute Basis für die Challenge.

Wie immer katapultiert mich das Laufen nach vorn und ich belegte von 59 Startern in meiner AK 55-59 Platz 29.

Im dritten Triajahr eine tolle Vorstellung - auch wenn ich mit 6:11:24 h die 6h Stunden überschritten habe.

Bei schönem Wetter hätte ich es bestimmt geschafft. Das kann dann ja (fast) jeder.

Auf diesen grossen Ironman-Veranstaltungen ist ja immer ein buntes Teilnehmerfeld unterwegs. Und es macht viel Spaß mit seinen Mitstreitern auf der regennassen Seewiese die Zeit zu verkürzen, auf dem Rad einen Blick zuzuwerfen, auf der Laufstrecke zum überholen anzusetzen und dann gemeinsam den Bauch zu füllen - im Trockenen.

Als wir dann gegen 16:00 Uhr wieder gen München fuhren wurde der Himmel blau, das Thermometer stieg nach oben. Und ich hörte: War da was?