Am 21 August, 2010 fand im Berner Oberland, vor der gigantischen Bergkulisse des Eiger, Mönch und der Jungfrau, einer, der härtesten und vermutlich auch landschaftlich schönsten Triathlons der Welt statt. Die Teilnehmer müssen in nur 14 Stunden über 5500HM auf extrem anspruchsvoller Rennrad, MTB und Berglaufstrecke bewältigen. 2010 wird als Hitzeinferno in die Geschichte eingehen. Bei Hochsommerlichen Temperaturen und wolkenlosen Himmel fand diese 13 Veranstaltung statt.

Markus Luigart, vom MRRC stellte sich der Herausforderung und berichtet über das erlebte seines längsten Tages des Jahres. Mit vielen tollen Bildern. Achtung, der Triathlon ist erlebnisreich, entsprechend lange ist der Bericht vom Rennen. Wer nicht alles lesen möchte kann auch die schönen Bilder und die Diashow betrachten: hier

 

 

Vom Veranstalter wird der Inferno Triathlon als der härteste Triathlon der Welt angepriesen. Übertrieben ist dies wirklich nicht, mit extrem hart. Der Triathlon bietet viele Herausforderungen. Die hammer extremen Rad und Laufstrecken mit ihren 5500 zu überwindenden Höhenmetern, sagen alles.

Dazu ein anspruchsvoller Singletrail auf dem MTB, der dort einiges an Technik abverlangt. Selbst wer hier wegen des extrem engen Zeitlimits (14h bis Schilthorn) „nur“ Mürren (Ziel der Team 4er Trophy) als Singleathlet erreicht und nicht mehr auf das Schilthorn darf kann stolz auf seine Leistung sein, wie uns einer der Organisatoren erklärte. Denn auch diese Finisher haben immerhin über 4000 extrem harte Höhenmeter bewältigt. Freilich das angestrebte Ziel eines jeden Starters ist den Schilthorngipfel zu erreichen. Jedoch mir war klar, dafür muss bei mir alles passen. So wohl vom Material (keine Radpannen), als auch was den Körper angeht. Und ich muss mit der diesjährigen Hitze klar kommen. Denn der Zeitpuffer ist extrem klein und sehr schnell weg.

Eine erste Herausforderung erwartet die Starter bereits vor dem Rennen. Das Packen des Materials. Es handelt sich um eine Materialschlacht pur. Im Gegensatz zum normalen Triathlon wurde hier noch eine MTB Strecke eingebaut. Also muss auch das MTB Equipment mit und je nach Wetter ganz viele Klamotten für jede Distanz, da man ja zwei mal auf über 2000m und einmal auf 3000m höhe kommt. Übertroffen wird das ganze bestenfalls noch durch den Gigathlon. Von Kurzarm-Trikot bis zur Winterlaufhose und der Daunenjacke. Handschuhe und Mützen in allen Versionen alles muss mit. Dieses Jahr konnte man wegen der angedrohten extremen Hochsommerhitze auf einige Klamotten verzichten.

Die Tage davor:

Wir kamen am Donnerstagnacht  im Berner Oberland an, noch hingen dichte Wolken am Himmel jedoch war die Temperatur schon angenehm warm.  Nicht mehr 12-15`C wie die letzten Wochen, sondern schon mal 21`C, also fast wieder Sommer.

Am Freitagmittag machten wir uns auf, alle Wechselzonen zu besuchen, um meine Utensilien zu verteilen. Was eine ganz schöne Fahrerei ist und auch einige Zeit in Anspruch nimmt. Erst zum Schwimmausstieg  nach Oberhofen (Rennrad), dann nach Grindlwald um MTB einzuchecken und anschließend nach Stechelberg um die Laufklamotten zu deponieren. Die Wettkampfbesprechung um 18 Uhr findet dann im 1700m hoch gelegenen Mürren statt. Also ein volles Programm. Bereits am Freitag erreichten die Temperaturen sommerliche 25`C  und die Sonne brannte vom Himmel. Ein kleine Vorgeschmack auf morgen, dann soll es hochsommerliche Temperaturen 28`C im Flachland, und 20-23`C auf 2000m wohl gemerkt im Schatten geben.  Eigentlich fast zu heiß für ein solches extremes Rennen, bei dem der Puls zwangsläufig über lange Zeit hoch ist. Also schon im Vorfeld viel, viel trinken. Das gilt besonders für mich, da ich extrem viel schwitze. Mitteldistanzen habe ich schon einige bei der Temperatur bestritten, aber da ist man ja nur ca. 5h unterwegs und flach sind die alle gegen das hier, selbst Immenstadt kann sihc nich mit dem Inferno messen. Bin also gespannt, wie mein Körper das morgen wegstreckt und ob mein Magen die vielen Liter Flüssigkeit verkraftet, die ich in mich reinschütten muss…

Das Rennen:

Am Renntag, Samstag, bereits um 4:15 Uhr klingelte der Wecker. Endlich! Denn ich lag ohne dies schon seit 4 Stunden schlaflos im Bett, drehte mich immer wieder um, schlafen konnte ich jedoch nicht wirklich, zu aufgeregt. Also aufstehen, duschen, etwas frühstücken. Wir wohnten in Oberried am Brienzersee, bei Freunden. Lucia und Carlo machten sich totale mühe bekochten und verwöhnen uns, ohne ende. Und sie wollen mich beide beim Wettkampf anfeuern und Eva begleiten. Da kann ja nix mehr schiefgehen, mit 3 Fans auf der Strecke. Um kurz nach 5 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Strandbad Thun.  Das wir 45 Minuten vor dem Start erreichten.

Schwimmen im Thunersee:

6:30 Uhr es ist noch recht dunkel, kaum was zu erkennen.  Der See hat 17`C also recht angenehm mit Neo. Sicher, mancher Triathlet findet das nicht, doch es gab Jahre, wo auch bei knapp über 15`C geschwommen werden musste. Das ist halt Inferno. Wer schon bei dieser Temperatur 1h geschwommen ist, weis was das bedeutet. Seit der Sommer sich Ende Juli auch aus der Schweiz verabschiedet hat befinden sich die Wassertemperaturen im freien Fall, noch drei Tage vor dem Rennen war der See  15`C kalt. Die Orientierung hier ist gewöhnungsbedürftig, nur in der Ferne ein heller Punkt, das ist das erleuchte Schloss von Oberhofen. Das Schwimmziel, der einzige wirkliche fixe Orientierungspunkt in der Dämmerung, dr aber recht gut zu erkennen ist. Es blies uns ein immer stärker werdender Oberflächenwind entgegen, also nicht wie 2009 Rückenwind der uns anschiebt, sondern diesmal ein ordentlich Gegenwind, der sich den Schwimmern entgegenstemmt. Na toll, dachte ich mir, hast eh ganz wenig schwimmen trainiert und dann auch noch das. Wir, ich und die anderen 229 „verrückten“ Singelathleten die sich dieser Herausforderung stellten, zusammen mit den 200 Staffelteilnehmern stehen im 17`C kalten Thuner See. Absolute gespannte stille, nur das plätschern der Wellen und das rauschen des Windes.  Sonst nichts…

Dann plötzlich ein Knall, das Abenteuer Inferno 2010 konnte nun also beginnen. Die Startschnur, an der Gasballons befestigt sind erhebt sich in die Luft. Das Rennen ist eröffnet. Die schnellen Schwimmer vor allem die Staffelschwimmer schießen los, wie Raketen. Ich habe mich etwas hinten und rechts eingereiht. Ich wollte ruhig schwimmen und nicht zu viel Kraft bereits bei der ersten Disziplin verbraten, der Tag ist lange und wird hart. Nach 1:12h erreichte ich wieder festes Land unter den Beinen keine all zu berauschende Zeit, 2009 brauchte ich 10min weniger. Jedoch waren die meisten dieses Jahr langsamer. Angesichts der wenigen investierten Schwimmtrainingsstunden und des Gegenwindes aber für mich ok. Die Garmin GPS Uhr zeigte, daß meine Schwimmline diesmal richtig gut war.

Rennrad, großes Scheidegg:

In Oberhofen angekommen wartete schon ungeduldig mein Bike um mit mir die 97km lange harte Radstrecke zu bewältigen. Nach 500 flachen Metern, gings nach links und die ersten 600HM Anstieg mit 10% Durchschnittssteigung warteten auf mich. Entspricht 2x Spitzingsattel. Auf den Beatenberg angekommen erwartete und als Belohnung  einen herrlichen Bick auf den Thunersee, in dem ich noch vor wenigen Momenten geschwommen bin. Später sieht man den benachbarten Brienzersee und Interlaken. Auch der Eigergletscher und das Jungfrauenmassiv spitzten hintern den anderen Bergen immer wieder hervor. Diesen Anstieg empfand ich nach dem die Muskeln vom schwimmen noch kalt waren extrem brutal. Daher war ich über meine bergtaugliche Übersetzung mehr als glücklich.

Nun freute ich mich auf die Abfahrt nach Interlaken, nur leider ausgerechnet hier war ein Reisebus, der ganz, ganz langsam und gemächlich herunterfuhr allen Radfahrern blieb nix anders übrig als langsam hinterher zu schleichen, sich tod zu bremsen und wertvolle Minuten zu vertrödeln. Wie schade hier habe ich sicher 5min verbummeln müssen, die mir keine Kraft gekostet hätten. Das ist halt Pech. Ein paar verrückte gab es dennoch, die überholten. Es gab hier auch einen sehr, sehr schweren Radunfall, als ein Radfahrer mit einem Auto kollidierte, vermutlich auch bei einer solchen Aktion..

In Interlaken angekommen konnten die Athleten, das einzige Mal an diesem Tag verschnaufen. Es wartete eine über 30km lange flache Zeitfahrstrecke. Das einzige flache Stück des Infernos. Doch bummeln darf man nicht, zumindest, wenn man wie ich nicht zu den schnellsten Bergfahreren gehört. So versuchte ich hier mal ordentlich Zeit gutzumachen. Die Geschwindigkeit lag eine Stunde immerhin zwischen 36 und 43km/h der Puls bei moderarten 142. Dann erreichte ich Meiringen und der gnadenlose Anstieg aufs große Scheidegg beginnt. Ein Berg, der selbst in Rennradfahrerkreisen berühmt, berüchtigt ist. Quäldich.de gibt ihm 5 von 5 Sternen für Schwierigkeit. Es müssen auf nur 13km 1500HM überwunden werden. Man fährt erst 7km mit 8-10% bergauf, dann kommt ein etwas flacheres Stück 5%, ehe dann nach der Schwarzwaldalm noch mal ein 6km Anstieg mit einer 18% Rampe und vielen Teilstücken mit >12% folgt. Belohnt wird man hier von einer gigantischen Aussicht, wie sie schöner nicht sein kann. Oben angekommen folgt eine schwierige und gefährliche Abfahrt nach Grindlwald, die dem Fahrer voll Konzentration abverlangt. Enge oft uneinsichtige Kurven, Risse im Asphalt und immer die Gefahr einem Postbus zu begegnen.  Hat man den übersehen, rettet einen nur noch ein Sprung in den Graben vor der Kollision. Denn der Bus ist exakt genauso breit wie die Straße. Glücklicherweise war es diesmal trocken und ohne Nebel.

Kurz vor Grindlwald, 2km vor der Wechselzone platzte mir der Schlauch des Hinterrades. So ein Dreck dachte ich mit, man hat wertvolle Minuten auf Zeitlimit rausgefahren und verliert jetzt 2km vor dem Wechsel 10Minuten. Aber es ging vielen Athleten so. Die Felge war glühend heiß, ich verbrannte mir die Finger, als ich das Laufrad ausbauen wollte. Was dann zum Platzen der Schlauchs führte.  Nach 4:55h erreichte ich Grindlwald. Ohne Reifenplatzer und Reisebus hätte es wohl für 4:40h gereicht. Ärgerlich, aber was soll man machen, vielleicht hole ich beim MTB was raus, so die Hoffnung.

Mountainbike:

Um kurz vor 13 Uhr wechsel ich in Grindlwald auf´s Mountainbike. Nun wartet der 1100HM aufstieg auf´s kleine Scheidegg auf mich. Die Temperatur war extrem, kein Windhauch. Wir hatten 26`C im Schatten, leider gab es die ganzen folgenden fast 2h keinen fetzten davon. Der Wettkmapf wurde dieses Jahr wegen einer baustelle über die sonnige Alpiglen geleitet, anstatt über die etwas waldigere Originalstrecke. Es war keine Wolke am Himmel, kein Baum, kein Strauch, Sonne pur. Im Talkessel sammelte sich die Gluthitze. Die Felsen wärmten sich auf und ich fühlte mich fast wie in einem Steinbackofen oder im Tal des Todes in der USA. Das Thermometer am Tacho zeige 46`C in der Sonne. Wahnsinn! Trinken, trinken, trinken,… Die Steigungen bliebt hier  1 1/2h bei durchschnittlich 10% manche Stellen haben auch >20%.  Jedoch nach ca. 45min wollte mein Magen nicht mehr so recht mit der Flüssigkeit klar kommen. Er krampfte, mir wurde übel und ich musste mich in Folge zweimal übergeben, hatte leichten Schüttelfrost und schwindel. Die extreme Anstrengung kombiniert mit der brutalen Hitze wahren wohl zu viel. Der Puls geht hier ja auch nie unter 165. Ich glühte förmlich von innen und hatte nur noch einen Wunsch, mich 10Minuten in keinen Bottich eiskaltes Wasser zu legen.  Aber so was gab´s hier nicht. Wahrscheinlich hat nicht viel zum Hitzschlag gefehlt. Nach fast 2h so lange habe ich im Training nie da hoch gebraucht erreichte ich endlich das kleine Scheidegg und die ersehnte Verpflegungsstation. Und das erste mal seit fast 2h richtig viel Schatten. Hier machte ich etwas Pause, trank etwas und hoffte der Magen behält´s drin auch bei der holprigen Abfahrt. Wie oft stand ich hier und habe das Panorama bewundert, diesmal war mir nicht danach, ich fühlte mich Hunde übel. Obwohl der weiße Gletscher des Eiger am tiefblauen wolkenlosen Himmel wie Diamant funkelte, ich hatte nur einen Wunsch, schnell runter nach Stechelberg, ob wohl ich wusste dort erwartet mich noch mehr Hitze.

Dann folgte die Abfahrt nach Lauterbrunnen über Wengen auf der berühmten Lauberhornabfahrt. Wer den Jungfrauenmarathon schon bestritten hat kennt einen Teil der Strecke, nur wir fahren eben runter, wo ihr die letzten Kilometer ins Ziel raufgelaufen seit. Kurz vor Wengen geht´s links in eine Wiese, anschließend kommt ein brutaler Wurzeltrail durch den Wald hier ist meine Fahrkunst am Ende und ich schiebe doch lieber ein paar Meter um kleinen Abflug zu riskieren.  Links und rechts schießen die Athleten an mit vorbei. Wer bremst verliert… Gute MTB Fahrer holen hier sicher 30min raus. Jedoch gab es auch zahlreiche schwere stütze. Ich bin heil froh ohne Sturz in Lauterbrunnen und wenig später in Stechelberg angekommen zu sein. Wie ich das geschafft habe weis ich nicht mehr so recht, da ich durch Hitze kombiniert mit dem Flüssigkeitsdefizit in einem Art Delirium war.

Berglauf

Nach knapp 3h erreichte ich dann die WZ zum Laufen. Insgeheim, nach den Zeiten die ich hier schon gefahren bin habe ich mit 2:30-2:45h fürs MTB gehofft, aber nicht mit den Magenschwiergkeiten. Die Magenschmerzen wurden einfach nicht besser. Kein Wunder mein Magen wurde ja auf dem MTB auch ordentlich durchgeschüttelt. Sobald ich was getrunken hatte kam wieder das Gefühl sich übergeben zu müssen. Nach 5min kam Jürgen Betzler vom TV Karlsfeld in die Wechselzone. Ich habe ihn dieses Jahr schon oft bei Bergläufen und Triathlons getroffen. Auch er sah wirklich übel aus. Ihm hat die Hitze und die harte Strecke ähnlich schlimm zugesetzt. Er meinte nur, jetzt habe ich 2 Disziplinen gelitten wie eine Sau, das Laufen tue ich mir nicht mehr an. Aus, schluss…

Schade… Kurz war ich am überlegen, mir war zwar klar, es ist eigentlich unmöglich in dem Zustand die 15km in unter 2h in Mürren anzukommen, auch wenn 8km flach sind. Um das zu schaffen, hatte ich gleich nach Ankunft in der Stechelberg losrennen müssen, mit blitzwechsel und zusätzlich noch frischer sein müssen. Aber die 10min in Stechelberg benötigte ich einfach um mich etwas zu erholen. Im Training habe ich für die Strecke, ohne die 4 flache km ca. 1:15h gebraucht, aber eben frisch. Andererseits war ich schon oft über mich selbst überrascht. Wie oft habe ich mich beim Laufen, was ja normalerweise meine Paradedisziplin ist  fast vollständig erholt. Jedoch waren das flache Strecken, bei denen die Belastung, verglichen mit einem Berglauf modert ist. Als meine Freundin Eva, dann sagte: „Ich warte in Mürren, Schatzi!“. War die Entscheidung gefallen, dachte ich ok. Egal, denn in Mürren im Zielbereich aufzuhören ist allemal schöner und ehrenhafter als in Stechelberg den Wettkampf zu beenden und das Handtuch zu schmeißen. Ein Triathlon ohne Laufen, ist ja auch keiner und manchmal passieren Wunder. Es ist auch nicht meine Art aufzugeben. Aufgeben, das kommt bei mir, solange ich keine ernsthaften körperlichen Probleme habe nicht in Frage. Also Laufschuhe an und los. Tatsächlich die ersten 5 flachen Kilometer im Schatten konnte ich immer noch im 5min Schnitt durchlaufen. Dann allerdings, als ich in Lauterbrunnen abbog und den ersten Berg vor mir hatte, war´s aus mit der Herrlichkeit und es war nun eher ein schnelles Wandern in Abwechslung mit ein paar hundert Metern laufen. Selbst beim Wander war der Puls bei 138. Die Hitze hat einfach ihren Tribut gefordert und zumindest ich kam an diesem Tag damit nicht gut zurecht. Ab der Gütschalp ca. km 10 konnte ich dann auf dem leichten Anstieg wieder super rennen, es war nun auch deutlich kühler und ich fühlte mich zunehmend besser. Die Landschaft auf diesen Kilometern ist gigantisch und ich nahm mir vor diese Kilometer einfach zu geniesen genauso  wie den Lauf durch Mürren. Der Lauf hier war aber auch ein Highlight der Veranstaltung und jetzt war mir klar es war allemal wert hier hoch gelaufen zu sein. Immer wieder klatschten die Leute, als sie sehen, daß ich sogar noch richtig laufen konnte haben sie mich ordentlich angefeuert. Nun gings von Kilometer zu Kilometer besser, es war nun kühler und mein Körper schafte es endlich die Hitze loszuwerden.

Im Ziel:

Dann erreichte ich nach knapp 12h endlich Mürren, leider ca 15min zu spät. Zeitlimit war 18 Uhr , so musste ich auf die letzten 8km zum Gipfel verzichten.

Ich war nicht wirklich traurig und super enttäuscht. Klar am Anfang schon ein wenig, man träumt ja davon dort oben anzukommen. Aber andererseits bin ich auch stolz die 150km und über 4000 Höhenmeter bei dieser Hitze und trotz Magenproblemen bewältigt zu haben. So fühle ich mich nicht wirklich als Luser, hätte ich in Stechelberg aufgegeben, wäre das gefühl ein anderes gewesen.  So konnte ich den Zieleinlauf dort auch voll geniesen.  Und was für mich das wichtigste ist, ich habe einen großen Teil des Rennen auch genossen und die gigantischen Eindrücke mitgenommen, die man wohl nur hier so findet. Auch die nette und herzliche, ruhigen Art der Berner Oberländler und der Veranstalter sowie der 700 Helfer werden mir in Erinnerung bleiben. Genauso mein Fanclub aus Eva, Lucia und Carlo, die mich so gigantisch unterstützt haben.

Der Inferno Triathlon ist schon was ganz besonders.  Hier habe ich wirklich meinen Meister gefunden.  An diesem Tag habe ich wirklich gemerkt wo meine Grenzen ist.  Denn bislang hatte es noch kein einziger Triathlon auch nicht über die Langdistanz und kein Ultralauf geschafft mir mein persönliches Limit so aufzuzeigen, wie dieser. Die Kombination des extremen Klimas (Hitze), der vielen steilen Höhenmeter und des engen Zeitlimits haben dies geschafft.

Inferno 2011?

Ich werde zwar 2011 sicher nicht dort starten, das habe ich meiner Freundin versprochen. Das Training auf den Inferno Triathlon ist, wenn man nicht direkt in den Bergen wohnt und einen normalen 5 Tage Job hat doch recht aufwendig, mit viel Autofahrt und Urlaub verbunden und dann wenn endlich Wochenende ist um in die Berge zu kommen stimmt oft das Wetter nicht und es schneit bis ins Tal.

Aber ganz auf den Inferno verzichten will  ich 2011 nicht, denn da starte ich auf dem Halbmarathon, der nächstes Jahr auch zugleich Europameisterschaft im extrem Berglauf von berglaufpur.de ist. Da muss ich einfach mitmachen, noch dazu da Helmut Reitmaier in unserem Verein ist uns sicher, hoffentlich! Ganz ganz viele MRRC´ler 2011 da oben stehen auf dem Schilthorn.

Derweilen möchte ich aber an meiner MTB Fahrtechnik tüfteln und ein paar MTB Rennen machen, vielleicht auch den Eiger Challenge, der hier eine Woche vor dem Inferno Halbmarathon startet.  Denn da lässt sich ordentlich Zeit rausholen beim MTB, ohne großen Krafteinsatz.  Und vielleicht werde ich dann 2012 oder 2013 mit guter Schwimmform und hoffentlich vielen Radkilometern nochmal einen Anlauf starten.

Diashow und Bilder vom Inferno 2010:

Diashow

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