Am Wochenende feierte der City-Triathlon auf der olympischen und Jedermann-Distanz Premiere.

Einige MRRCLER "ham sisch uff nach Hesse" gemacht und waren gespannt und zu früher morgentlicher Stunde mit dabei.

 

  

Ein Bericht von Jochen und Julia:

Die Vorbereitungen des Triathlons begannen bereits am Sa, da aufgrund der mehr als 2000 Teilnehmer der Checkin für Räder und Laufbeutel bereits am Sa. nachmittag stattfand. Nach ca. 1km Gehstrecke vom Parkplatz hatten wir die Wechselzone erreicht, quasi identisch wie beim Ironman Germany.

Dort fand sich vom Hollandrad bis zum Luxusrenner mit Scheibe quasi die gesamte Palette. Auch die Bojen der Schwimmstrecke waren bereits in Position gebracht, ein sehr übersichtlicher, mit 15 Bojen gekennzeichneter Dreieckskurs. Der frühe Einchecktermin war allerdings auch notwendig, da die Startzeiten für die olympische Distanz zweier Blicke in die Ausschreibung bedurften (7:15 für die Elite, ab 7:30 die Agegrouper). Polizeiliche Auflagen bzgl. Strassensperen und ein Weinfest in der Innenstadt sollen Ursache dafür gewesen sein. 

Beim Eintreffen am Wettkampftag war es 7,5 Grad kalt und noch dunkel. Trotz der vielen Starter gab es auf dem Parkplatz kein Chaos. Die Parkwächter hatten den Prozess voll im Griff. Mit Staunen sahen wir einige Teilnehmer mit dem Taxi ankommen. Das haben wir in Bayern noch nie gesehen. Lustige Vorstellung, dass man z.B. zum Tölzer Tria mit dem Taxi an den Kirchsee kommt, den Neo vielleicht schon angezogen?

Es stellte sich die Frage, was Anziehen beim Radfahren? Wir entschlossen uns zu der Variante Armlinge aber ohne Weste, da ein schöner, sonniger Tag vom Wetterdienst angesagt war. 

Pünktlich um 7:30 ging es dann mit einem Landstart in dem warmen (ca. 19 Grad) Langener Waldsee los.

Das Wasser war angenehmer als der doch rechte kalte Sandboden vor dem See und viele Teilnehmer wärmten sich die Füsse im Wasser vor dem Start.

Trotz der grossen Männerstartgruppe mit 500 Teilnehmern, gab es erstaunlicherweise kein Gedränge und ich erreiche das Schwimmziel nahezu auf der Optimalroute (der vielen Bojen sei Dank). 

Die Mädels starteten um 7:50 Uhr (ca. 170).  Alle mit pinken Badekappen. Es ist tierisch eng doch die Keilerei geht vorbei. Entspann‘ dich. Ausatmen. Und es geht vorbei. Nach der ersten Abbiege-Boje wird es wirklich ruhiger doch die Sonne ist aufgegangen und scheint direkt in die Augen. Orientierung extrem schwer und ausserdem bekomme ich einen leichten Linksdrall. Und jetzt muss ich selbst lachen, wenn ich daran denke, denn ich bin zweimal mit dem Kopf gegen die grossen Bojen geschwommen. Naja, so habe ich wenigstens die Ideallinie gefunden… 

Die Wechselzone war dann selbst für einen Langsamwechsler, der sich die Radschuhe noch anzieht, mit über 4 min erstaunlich lang. Es galt wie beim "Iron Man" auch, den Hügel vom Ufer zu erklimmen um dann einen langen, sandigen Weg zum Rad zu bewältigen. 

Auf der Radstrecke ging es dann 15 km vom Langener Waldsee bretterleben bei leichten Gegenwind in die Innentadt.Das Feld erscheint weit gezogen und es gibt zumindest in meinem Bereich keine Windschattenprobleme. 

Wir wissen nicht, wieviel Einfluss die Orga auf die Radstrecke hatte, allerdings sind die Ab- und Auffahrten an der Friedensbrücke alles andere als optimal. Beim Henniger Rennen ging es früher ja auch dort lang. Allerdings machen die Triathlonlenker es nicht schöner, außer man steht auf Paris-Roubaix. Auch der ca. 10 cm hohe Bordstein sollte entschärft werden (Rampe), denn der ist wirklich Gift für die Wettkampflaufräder…

In der 1.Runde überholt mich die Spitzengruppe von der Elite, kurz vor Ende der Runde auch Altmeister Lothar Leder, mit dem ich 3 km mitfahre,bevor er in die Wechselzone einbiegt und ich in die 2.Runde. Nochmals über den Bordstein, diesmal auf 10 runtergebremst und es hört sich immer noch nicht gut an geht es wieder den Main entlang und dann über einen blauen Teppich in die 2.Wechselzone.

Der Tacho von Julia zeigt später 45,5 km an (im Gegensatz zur Ausschreibung). Dafür ist die Laufstrecke sehr attraktiv, da wirklich alle interessanten Sehenswürdigkeiten gestreift werden. Es werden zwei Runden gelaufen, doch die Strecke war nur knapp 9km lang, denn wir sind nicht plötzlich gemeinsam mit 2000 anderen Athleten zum Laufwunder mutiert!

Ein kleine Unachtsamkeit an einem Anstieg, den ich bei der flachen Strecke schon gar nicht mehr erwartet hätte, bringt mich in der 1.Runde zu Sturz. Schnell wieder auf die Beine erreiche ich die Gruppe vor mir wieder und laufe zufrieden nach ca. 2:20 ins Ziel.

Ich feuere Julia noch bei Ihrem Lauf an und wir sind beide glücklich in Julias Heimatstadt den Wettkampf erfolgreich gefinisht zu haben.

Wir sind wir mit unseren Ergebnissen äußerst zufrieden (Julia 26 von 166 gefinishten frauen, Jochen 32 von 829 gefinishten männern). Eigentlich könnte die Saison nun zum Abschluss gebracht werden, doch nächste Woche lockt noch der Schliersee Tria....) 

Die vorläufige Ergebnisliste hängt zwar schnell aus, auch die Wärmeklamotten sind glücklicherweise schnell greifbar, aber bei der Ausgabe der Räder und Neos leistet sich der Veranstalter einen Schildbürgerstreich. Die LKWs mit den Neos kommen aufgrund von Strassensperrungen wegen dem Tria nicht durch und erreichen erst Stunden später die Wechselzone 2. Zunächst dürfen die Räder noch nicht raus aus der Wechselzone, und dann kommen inzwischen fast alle  2000 Teilnehmer zur gleichen Zeit, um ihr Rennrad abzuholen. Lange Wartezeiten sowie ein Suchen der Neos auf einem Wühlhaufen sind die Folge. Leider nicht sehr entspannend nach einem anstrengenden Wettkampf. Zum Glück fahren die Pendelbusse zum Langener Waldsee in 10 min Abstand pünktlich, so dass wir gegen 14:30 wieder am Parklatz sind.

Fazit:
Die Orga vor der Veranstaltung ließ keine Wünsche offen, doch es gibt noch einige Verbesserungsmöglichkeiten für nach dem Wettkampf. Wenn ein City-Triathlon in dieser Größen- und Preisklasse veranstaltet wird, dann darf es so nicht laufen. Gerade in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet, wo man viele sehr etablierte Veranstaltungen hat und es sich abschauen kann. Die Nähe zum Ironman ist ganz klar da und wohl auch gesucht, dann muss man mehr erwarten, gerade wenn man in einer Preisklasse wie z.B. Hamburg mitspielt.

Kurz gesagt, das Startgeld von EUR 75 war leider nicht zu 100% gerechtfertigt, obwohl die Premerie insgesamt gelungen war.

 

 

Name

 Verein

Zeit

Platz

M/W

Platz

AK

Swim

Bike

Run

35.

Block, Jochen 

MRRC München

 2:20:53

32.

M

4.

M40

 30:19

 1:15:37

 34:57

262.

Koyupinar, Haydar 

MRRC München

 2:37:53

252.

M

58.

M40

36:53

1:20:19

40:41

486.

Bothe, Julia

MRRC München

 2:48:55

26.

W

6.

W40

36:50

1:27:19

44:46

888.

Veit, Martin

MRRC München

3:14:54

763.

M

173.

M40

44:32

1:38:11

52:11

Link zu den Ergebnissen: http://www.frankfurt-city-triathlon.de/de/ergebnisse.html

Einige Impressionen vom Wettkampf (6 min Video): 

http://www.youtube.com/user/FfmCityTriathlon