Auch beim Wien Marathon war der MRRC München vertreten.

Ein Bericht von Bettina Mattes.


In meiner Person als Ersttäterin auf der Marathonstrecke. Nachdem ich ausnahmsweise mal gut durch den Winter gekommen bin und die Winterlaufserie im Olympiapark absolviert hatte, bzw. grade dabei war, erzählte eine Kollegin mir, sie habe sich beim Wien Marathon angemeldet. Das motivierte mich, mich nun auch endlich an diese Strecke zu wagen.


Nach unzähligen Trainingseinheiten, die ich sonst nicht gemacht hätte (bei Dunkelheit und gleichzeitigen Schneesturm, langer Lauf bei -4° und eingefrorenem Getränk und ähnlichem) war es endlich soweit. Bei strahlendem Wetter stand ich in der ganz hinteren Startbox für die über 4:30 Std- Läufer, da ich ja noch keine Zeit vorzuweisen hatte. Mein Ziel war unter 4 Stunden anzukommen.
Jede Startgruppe wurde mit warmen Worten verabschiedet. Durch das Aufteilen und Entzerren des Feldes mit den Startboxen konnte ich von Anfang an gut laufen. Zunächst war ich, wie fast schon erwartet, etwas zu schnell unterwegs. Allerdings dachte ich mir, bremsen würde nun mehr Kraft kosten als einfach weiter zulaufen. So ging das erstmal ganz gut. Da ich noch nie in Wien war, versäumte ich es auch nicht, mir meine Umgebung anzusehen und war sehr erfreut, was ich da so sah.

Das mit dem etwas zu schnell unterwegs sein, hatte sich dann bald erledigt, da es Richtung Schloss Schönbrunn auch mal leicht rauf ging. Ich überholte aber trotzdem die ganze Zeit. Ausser wenn die Straße an manchen Stellen zu schmal wurde, kam es kurz zu kleinen Blockierungen. Nachdem man das Schloss hinter sich gelassen hat, ging es auf der Mariahilferstraße wieder Richtung Innenstadt. Hier kam dann bald die Aufteilung der Strecke für Halb-und Marathonläufer. Als dann endlich die große Zahl der Halbmarathonläufer auf den Heldenplatz abbog und wir, die weiter geradeaus durften, auf einmal viel Platz hatten, wurde mir ganz feierlich zumute und ich drehte noch mal ein bisschen auf.

Bis km 27 ging es mir sehr gut und ich genoss das Sightseeing durch die Stadt. Irgendwann danach ging es aber los mit der Quälerei. Ich sehnte km 30 herbei, der aber eine Weile auf sich warten ließ. Mittlerweile war es auch ziemlich warm. Bei der Verpflegungsstelle landeten dann auch zwei Becher Wasser über meinem Kopf, was die reinste Wohltat war und es ging wieder weiter.

Dann ging es durch den Prater, wo es, wie ich mir sagen ließ, etwas langweilig sei und ich kann nur zustimmen. Auf dem Weg zum Lusthaus kommen einem eine ganze Zeit die Leute entgegen, die das Lusthaus schon hinter sich hatten und man würde sich am liebsten zu ihnen beamen. Bei km 35 erwischte ich am Verpflegungspunkt einen Becher Cola, den ich in der Hoffnung auf Wirkung des Koffeins hinunterstürzte. Hinter mir feuerte ein Läufer seinen Kumpel an, das Cola wirkt in zwei Minuten. Das stimmte mich dann auch gleich zuversichtlich. Aber es wirkte nichts!! Kontinuierlich wurde die Quälerei schlimmer. Neben meinen schmerzenden Oberschenkeln waren meine Füße ein einziges Feuer und ich malte mir die Blasen, die ich da mittlerweile sicher hatte, lieber nicht aus. Warum meine Füße verrückt spielten, weiß ich auch nicht. Im Training bei Läufen bis 35 km war auch alles in Ordnung.

Was einen nun immer wieder rettete, waren die Zuschauer an der Strecke oder die aus ihren Wohnungen laute Musik spielten und einen anfeuerten. Einzig klassische Musik half nicht so wirklich weiter, außer man kann im 3/4 - Takt laufen.

Am Ende der Schüttelstraße musste man noch einmal über eine fiese Brücke, was sehr weh tat, aber endlich ging es bald wieder auf den Ring und die letzen 2km standen an. Ich musste dann doch 2 oder 3 mal kurze Gehpausen machen, stellte dann aber jedes mal fest, dass das noch blöder war, weil dann kommt man ja gar nicht mehr ins Ziel. Ich riss mich also zusammen und durfte dann irgendwann auch endlich Richtung Heldenplatz abbiegen und über den Teppich ins Ziel wackeln.

Im Ziel war ich nur kaputt, trank erstmal literweise und gönnte mir eine Massage. Und das mit den Endorphinen kam erst später, hielt aber dafür im so länger...

Fazit: So ein Marathonlauf ist schon eine tolle Erfahrung und ein riesiges Geschenk an einen selber.

Zu guter Letzt habe ich mein Ziel erreicht. Und hier auch die Ergebnisse der anderen (mir unbekannten) MRRC´ler:

1. HM 2. HM Gesamt Netto
Burger Thorsten 1:38:00 1:49:14 3:27:14
Heider Herrmann 1:43:47 1:52:51 3:36:38
Mattes Bettina 1:55:56 1:56:57 3:52:54


www.vienna-marathon.com