Bericht von Bettina Mattes:

In meiner zwar nicht erfolgreichen aber schon einige Jahre andauernden Triathonkarriere habe ich noch nie (!) einen Wettkampf bei Regen absolviert.

Na ja, irgendwann ist immer das erste Mal. 

Da der Wetterbericht ein eher gemischtes Wetter prophezeite, rückte ich zeitig dick angezogen mit Regenmantel an.
Startnummer geholt, Wechselzone eingerichtet und erstmal geschwitzt, denn die Sonne lachte vom Himmel, grad schee wars.
So kann das bleiben, dachte ich mir (die dicke schwarze Wolke ignorierend), schließlich habe ich in meiner zwar nicht erfolgreichen aber schon einige Jahre andauernden Triathonkarriere noch nie (!) einen Wettkampf bei Regen absolviert.

Na ja, irgendwann ist immer das erste Mal. Mit der Schwitzerei war spätestens nach dem Einschwimmen Schluss, als man nass vom Wind verblasen auf den Start wartete.

Mit meiner Zeit beim Schwimmen bin ich ganz zufrieden, auch wenn ich mir auf der letzten Geraden zum Ausstieg hin wie Treibholz vorkam, da die Wellen einen ganz schön beutelten. (Was solche Wellen in einem See bedeuteten, war mir tatsächlich noch nicht klar.)
In der Wechselzone angekommen, stellte ich erfreut fest, dass noch haufenweise Räder der Damen da waren, was angesichts der 71. Schwimmzeit bei 116 Finisherinnen etwas verwundert. Aber haufenweise Frauen waren eben auch gerade da.
Eine wurde live vor meinen Augen wegen unterm Neo angezogener Kompressionswadlstrümpf disqualifiziert.

Kaum auf dem Rad fing es auch schon zu nieseln an und der Wind gab alles. Ich wollte eigentlich auch alles geben; was ich bis dahin noch ignorierte,
aber nun nicht mehr zu verleugnen war,war, dass ich seit den letzten 200m Schwimmen einen ausgewachsenen Frosch im Hals hatte, der sich auch durch ständiges Räuspern und Husten nicht vertreiben ließ. Von da ab war der Wettkampf für mich eine einzige Katastrophe.
Zur ständigen Luftnot kam der schöne Hagelschauer und die wunderbaren Sturmböen dazu und ich dachte mir :" Na so einen Spaß hatte ich ja noch nie bei einem Wettkampf." Zu sehen war bei dem Hagel nix mehr, Blindflug war angesagt. Meine Füße machten in den Radschuhen ihren  Freischwimmer.
Ob meine Beinmuskeln nun wegen der Kälte oder wegen anhaltenden Sauerstoffmangels ihren Dienst quittierten, war mir dann auch schon egal. Irgendwann hörte es sogar wieder auf zu regnen, vom Fleck kam ich aber trotzdem nicht. Mein Tacho zeigte mir was von einem 26er Schnitt (oh nee, Weste wie schlecht det is?).

In der Wechselzone wieder das gleiche Bild: Die Radständer in der Damenreihe waren bestens befüllt. Nur erfreute mich diesmal der Anblick in keinster Weise.
Im Unterschied zum ersten Mal, waren die anderen Mädels auch alle weg. Kein Wunder, wurde ich doch die ganze Zeit beim Radeln überholt. Eine war dabei, die hatte noch nicht mal Klickpedale und fuhr fröhlich an mir vorbei.

Der Kampf ging beim Laufen weiter: ein paar Schritte laufen im Tippelschritt, räuspern husten, spazieren gehen, laufen, husten usw. Ich entschloss mich aber das Ganze noch zu Ende zu bringen und quälte mich ins Ziel, weil ein DNF wollte ich mir nicht antun. Dann lieber letzte in der AK und 110. Platz von 116. Frauen.
Nun kurier ich mich erstmal aus (Treppen steigen verursacht mir immer noch Luftnot) und schau mal, was ich dieses Jahr noch so mache.  

Grüße Bettina